BATMAN: CACOPHONY #3
Part 3: Baffles
(DC Comics)
Das Finale von Kevin Smiths Mini-Serie überrascht mit einer interessanten Wendung im Story Writing. Nachdem die letzte Ausgabe mit einem Aufeinandertreffen der 3 Gegner endete, dachte ich eigentlich dass diese letzte Ausgabe zu einem gigantischen Action-Spektakel verkommen würde. Denkste! Kevin Smith bringt nach einem Drittel des Heftes einen unerwarteten Twist wo ich mir wirklich nur dachte „Was zum Teufel geht denn hier ab?“
Es ist interessant dass Onomatopoeia den Joker offensichtlich ebenfalls für so schwach hält, dass er ihn lieber zurücklässt als mit sich mit ihm zu einem Team zusammenzuschließen. Smith spannt damit auch einen guten Bogen zurück zur Nummer 2. Ich mag das sehr wenn die einzelnen Hefte inneinander verkeilt sind. Das selbe gilt auch für Batmans Verwendung von Deadshots Technik aus der ersten Ausgabe. Witzig ist dabei auch Batmans ärgerliche Anmerkung, dass er es eigentlich hasst sich etwas von „denen“ abzuschauen...
Der anschließende Dialog mit James Gordon ist phantastisch getroffen und Gordon spricht all dies aus was man sich beim Lesen des Heftes denkt und Batman wohl am Liebsten selbst sagen würde. Leider stört mich Walt Flanagans Artwork wieder enorm. Gordon sieht auf einem Panel so aus als hätte er sich Bart und Brille beim Kostümverleih ausgeborgt und seine hohen Wangenknochen verleihen ihm sogar noch einen femininen Touch. Von konstanten Zeichnungen ist Flanagan also auch in dieser Ausgabe noch meilenweit entfernt.
Der Rest des Heftes besticht durch einen sagenhaft brillanten Dialog zwischen Batman und einem medikamentös ruhig gestellten Joker, der die Beziehung zwischen den beiden erneut erklärt und vertieft. Kann mir vorstellen dass es ähnliche Dialoge in der jahrzehntenlange Geschichte der Beiden schon einmal gegeben hat, aber dies ist der erste den ich in dieser Form lese und ich bin schlichtweg begeistert. Batman tat mir nach diesem Dialog wirklich leid und vielleicht sind manche Fans auch etwas enttäuscht von dieser „sensiblen“ Seite des dunklen Ritters. Mir hat’s aber auf jeden Fall gefallen. Auch wie der Joker zwischen Ernst, Wahnsinn und Humor pendelt bringt Smith mit seinen Worten ideal rüber. Alles perfekt in dieser Geschichte.
Auch das Artwork in dieser Szene geht in Ordnung auch wenn sich die Dichte von Jokers Bart (genial!) bei manchen Panels zu ändern scheint. Flanagan eben… Doch die Blicke und Augen hat Flanagan gut hinbekommen. Nur die Zähne die man bei seinen Chars ständig zu sehen bekommt nerven mich nach wie vor.
Zum Abschluss überrascht uns Kevin Smith abermals in dem er den Lesern einen Einblick in Onomatopoeias Privatleben gibt. Besonders Batmans Off-Monolog dessen Fragen sich eigentlich auf den Joker beziehen, passt perfekt und abermals schreibt Smith jene Gedanken nieder, die auch ich mir schon öfters zu so manchen Schurken gemacht habe.
Ich liebe diesen Moment in dem Onomatopoeia nach Hause kommt, mit seiner Familie plaudert und seine Rechnungen kontrolliert. Wirklich toll gemacht.
Es ist schon interessant. Nach den ersten beiden Stories dachte ich dass Kevin Smith die Serie nur verwendet um seine eigene Figur, eben Onomatopoeia, zu pushen, doch dann spielt gerade Dieser im Finale nur eine untergeordnete Rolle und Smith überlässt die Bühne ganz alleine Batman und seinem Erzfeind.
Cacophony war ein verdammt interessanter Dreiteiler der sich einen besseren Zeichner verdient hätte. Eigentlich sollte ich auf Grund der Zeichnungen nur 4 Punkte geben, aber Kevin Smiths Artwork macht das alles wieder wett, so das ich mal nicht so streng sein möchte. Und Farben (Guy Major) + Inks (Sandra Hope) haben ja auch immer gepasst…
5/5
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