
In Park Falls, eine kleine (familiär erscheinende) Stadt, häufen sich die Vermisstenanzeigen. Derrick Peters, ehemaliger Polizist und jetzt Privatdetektiv, wird engagiert um das mysteriöse Verschwinden aufzuklären. Ziemlich schnell wird er von Cynthia, einer stadtbekannten Verrückten, kontaktiert, die Stein und Bein schwört den Grund für das Verschwinden zu kennen: Zombies!
Awakening hat vieles was ein Zombie-Thriller braucht. Ein desillusionierter Ex-Polizist, eine Verrückte die wahrscheinlich alles weiß aber der niemand Glauben schenkt, ein plötzlich auftauchender Co-Ermittler der mehr zu wissen scheint als er sagt und natürlich eine mysteriöses Unternehmen von dem niemand genau weiß was es in Park Falls gemacht hat…
…und trotzdem ist Awakening nicht wie all die anderen Zombie Stories.
Nick Tapalanskys Geschichte liest sich mehr wie die Story zu einem einer dieser (Survival) Horror-Games bei der der Protagonist versucht die Puzzlestücke eines dunklen Geheimnisses zusammenzufügen. Dies ist auch der Grund warum sich Awakening weniger wie ein Horror-Schocker liest, sondern eher wie ein Krimi-Thriller. Man bekommt eigentlich auch nur sehr wenige „Zombies“ zu sehen die ja ansonsten gleich in Massen auftreten.
Das hat auch Sinn, immerhin zieht sich die Story von Awakening über Monate! Während man gewöhnt ist, dass sich Zombies normal rasend schnell ausbreiten, herrscht hier das Prinzip der Langsamkeit weshalb Derrick auch nicht so Recht an Cynthias verrückte Zombie-Geschichte glauben mag.
Den Großteil der Geschichte bekommt man ohnehin nur durch Derricks Erzählungen mit. Besonders zu Beginn gibt es nur wenige Dialoge die sich aber gegen Ende hin – auch dadurch bedingt, dass sich die Figuren besser kennen lernen – immer mehr erweitern.
Dadurch, dass man alles nur aus der Sicht von Derrick erzählt bekommt und dieser nicht gleich in einen Zombie Wahn verfällt und sich ziemlich bodenständige Fragen stellt, bleibt die Story auch stets nah an der Realität. Das alles macht Awakenging auch zu einem ziemlich intelligenten Horror-Thriller.

Richtig durchschlagend ist aber das Artwork von Alex Eckman-Lawn. Unschwer kann man hier etwas von Ben Templesmiths Stil rauserkennen, aber die Art wie Eckman-Lawn mit verschiedenen Stilen und digitaler Technik spielt ist einfach umwerfend. Praktisch auf jeder Seite kann man etwas Neues entdecken, das man sich auch gleich genauer sehen ansehen will und muss.
Ich will nicht verleugnen, dass es eine zeitlang braucht bis man sich an den künstlerischen Zugang Eckman-Lawns gewöhnt hat, aber wenn man mal ein paar Seiten durch hat, ist man von der Atmosphäre schlicht gefesselt.
Awakening ist keine herkömmliche Zombie Story und gerade deshalb ist es auch die erste die mich wirklich überzeugt hat. Die Serie (dieses Trade umfasst übrigens die erste Hälfte der Serie) kann wahrscheinlich schon wegen des gewöhnungsbedürftigen Artworks nicht jeden so begeistern wie mich, aber wenn ihr mal die Möglichkeit habt, solltet ihr den Trade auf jeden Fall mal durchblättern!
4/5

AWAKENING
Archaia Comics, Juli 2009
enthält Awakening 1-5
| Mitarbeiter | ||||||||||||||||||||
| Texter | Nick Tapalansky | |||||||||||||||||||
| Zeichner | Alex Eckman-Lawn | |||||||||||||||||||
| Schrift (Lettering) | Thomas Mauer | |||||||||||||||||||
| Publisher | Mark Smylie | |||||||||||||||||||
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Das Heft suche ich schon seit längerem bei mir in der Nähe, hab es bisher aber noch nicht in die Hände bekommen. Scheint ja so als hätte ich damit etwas verpasst. Ich weiß nicht mehr wo, aber nachdem ich die Preview „Awakening“ gesehen hatte wollte ich unbedingt das Teil haben. Der Stil ist sicher etwas ungewöhnlich, aber gefällt mir so genau richtig.
Dass Tapalansky die Sache mit den Zombies gemächlich angeht ist ein weiterer Grund für mich die Serie wirklich mal anzuschauen. Es gab in letzter Zeit viel zu viele Zombiekracher im Comicbereich für meinen Geschmack. Da tut ein gemächliche Horror-Story in der anscheinend auch Zombies auftauchen mal gut
Btw, Review macht Lust aufs Heft. Gute Arbeit.
Paul